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Zehn Bücher

Heinz Wittenbrink hat mich letztens eingeladen, aus dem Stand zehn Bücher anzugeben, die mit mir irgendwie verbunden geblieben sind. Hier und jetzt meine Liste:

1) Im Grunde alle Werke von Hermann Hesse. Diese haben mich und meine Hingabe zur Literatur nämlich wohl mindestens zehn, wenn nicht mehr Jahre gekostet. Finger weg!

2) Und dieses Buch sollte eigentlich die Liste anführen …

Genau. Wir beginnen nochmals!

***

1) Johann Wolfgang von Goethes »Die Leiden des jungen Werthers«. Sollte, was Gott verhüten möge, nur Gelegenheit sein, ein einziges Buch, einen einzigen Roman zu lesen, dann wäre es dieser. Es vergeht wohl kaum ein Quartal, wo ich nicht zumindest darin herumblättere. Ein endloser Quell an Inspiration und Weisheit.

2) Im Grunde alle Werke von Hermann Hesse. Diese haben mich und meine Hingabe zur Literatur nämlich wohl mindestens zehn, wenn nicht mehr Jahre gekostet. Finger weg!

3) Stefan Zweigs Gesamtwerk. Und nur um nicht Autoren zu listen, sondern eben Bücher, nenne ich hier stellvertretend »Joseph Fouché. Bildnis eines politischen Menschen.« Wunderbar. Wunderbar. Wunderbar. Und das gilt absatz- wie seitenweise für alle seine Bücher.

4) Nikolai von Michalewsky (unter dem Pseudonym »Mark Brandis«) und seine Serie »Weltraumpartisanen«. Gemeinsam mit »Raumschiff Monitor« von Rolf Ulrici, wohl eine meiner Grundlagen hin »zum Buch«. Und wenn schon, dann muss hier auch »Der rote Planet« (wie zahlreiche andere seiner Science-Fiction-Romane) von Robert A. Heinlein genannt sein.

5) »Candide oder der Optimismus« von Francois-Marie Arouet. Muss man immer wieder lesen. Und natürlich auch weitere seiner Werke.

6) »Die menschliche Komödie« von Honoré de Balzac. Ja, da hab ich noch weit nicht alles durch. Aber jede Zeile ein Gewinn.

7) »Gegen Ende der Zeit« von John Updike, dessen Gesamtwerk es ebenfalls für mich noch abzuarbeiten gilt. Wer einen Garten über beinahe eine Seite nur mit der Aneinanderreihung der diversen Sträucher und Kräuter so wunderschön und eindringlich zu beschreiben vermag, der ist Genie genug, immer bei mir zu sein.

8) Italo Svevo, der italienische Schwab, Ettore Schmitz für uns und (s) »Ein Mann wird älter«, ein Werk, das nicht dafür verantwortlich zu machen ist, dass es die aktuelle Übersetzerin, die schon den ersten Satz – Subito, con le prime parole … – nicht verstanden hat, mit »Senilità« unübersetzt und fälscht. Aber weg mit diesen kleinlichen Gedanken bei diesem einen der größten Schriftsteller unter unserer Sonne! Italo Svevo lesen; und die Welt besser verstehen. Danke! (Natürlich das Gesamtwerk bereits durch. Und das zahlt sich aus. Sowas von.)

9) »Kenelm Chillingly – seine Abenteuer und Ansichten« von Edward Bulwer-Lytton. Erstaunend. Bereichernd. Ungewohnt. Und die »Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman« vom großen Laurence Stern nennen wir hier in einem Atemzug und vor allem nicht nur, weil so Beschränkungen in Listen ja Kinderkram wie Beschränkungen sind.

10) Madame de Staëls »Über Deutschland« habe ich gerade erst gelesen und wurde so ungeheuer belohnt, nicht einmal nur ob der schönen Beschreibung des Praters, die mich mit meinem mir so fern entrückten Wien wieder kurz hat versöhnt. Die Sprache! Die Sprache! Keine lebenden Autoren zu lesen, hab ich mir – beinah ausnahmslos – vorgenommen. Das wurde revidiert: Neunzehntes Jahrhundert, Baby! Nix moderneres nix kommt mir mehr ins Haus.

11) Eines noch, wiewohl ich gerade Freude beginn zu entwickeln an den Erinnerungen, die mir hier in den Apple rinnen, eines also noch: Der »Ullyses«, diese kongeniale alle Grenzen sprengende und in ihrer Brillianz wie Durchdringlichkeit einzigartige und wohl größte Verarsche aller Zeiten vom nicht minder genialen James Joyce. Der lacht heute noch jeden Tag dreimal auf, weil irgendein Pappnäschen dort oder drüben oder sonstwo glaubt, es handle sich um große Literatur. Und ich lache mit ihm. Well done, Jim!

12) »Cäsar lässt grüßen. Die Geschichte der Römer« von Joachim Fernau. Herrlich. Und sollten Sie daran interessiert sein, Ihren Kindern die Freude und den Genuss an Geschichte zu vermitteln, dann konfrontieren Sie sie mit Fernaus Werk. Für »Halleluja. Die Geschichte der USA« sollten diese dann schon etwas älter sein. Wir verstehen uns.

13) Ha! Fällt mir erst so spät noch ein, »Wie es euch gefällt« von Wilhelm Shakespeare. Worte können nicht ausreichen, den Gewinn zu beschreiben, liest man Shakespeare. Am besten auf deutsch, dann im Original, dann wieder auf deutsch …

Ich denke, ich hab sicher vieles vergessen, einiges wird mir gleich am Rad nach Hause einfallen, da kann man nichts machen. Vorerst schließe ich diese Liste. Und freue mich für uns alle.

Video

Applaus haben sich die älteren Vollpfeifendeckel in diesem Video alle verdient. Sowas von Applaus.

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Grazspiegel (2014)

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Graz (2014)

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Momentaufnahme (2014)

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Piraten (2014)

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Signs (2014)

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Mission Impossible, FAZ (2104)

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Messe (2014)

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Happy Birthday Datum (2014) (hier: Segafredo)

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